Mediation als Wissenschaftszweig: Im Spannungsfeld von Fachexpertise und Interdisziplinarität

Von Judith Girschik am 12. Dezember 2017 in Allgemein, News, Rezension
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Das Spannungsfeld von Fachexpertise und Interdisziplinarität steht im Zentrum des ersten Sammelbands deutschsprachiger Mediationsforschung, das die deutsche Kulturwissenschaftlerin Katharina Kriegel-Schmidt im Sommer 2017 herausgab. Allein der Titel ‚Mediation als Wissenschaftszweig‘ zeigt auf, das Mediation nicht mehr rein ein alternatives Verfahren in der Konfliktregelung ist, sondern sich vermehrt als Phänomen zu verstehen beginnt, das in unterschiedlichste Lebens- und Forschungsbereiche bereits integriert ist: der Kultur-, Sozial-, Wirtschafts-, Sprach-, Verhaltens-, Kommunikations- bzw. Bildungswissenschaft – um nur einige Beispiele aus der Fülle der mehr als 40 Beiträge aufzulisten, aus denen der Band zusammengesetzt ist.

Die Herausgeberin Professorin Katharina Kriegel-Schmidt hält dabei fest, dass „es sich bei Mediation um einen Forschungsschwerpunkt handelt, der mit einer gesellschaftlich-kulturellen Entwicklung einhergeht … und dass sie dem Selbstverständnis von Menschen, die im 21. Jahrhundert leben… entspricht.“ Sie ergänzt dies mit den Worten, dass heute in demokratischen Ländern Vielfalt gefordert und gefördert wird. Das wissenschaftliche Interesse an diesem Gegenstand ist derzeit dabei vor allem durch einen sozialwissenschaftlichen Diskurs mit der Praxis motiviert.

In die Ordnung des neuen Wissenschaftszweiges Mediation führt die Kulturwissenschaftlerin mit vier Kapiteln ein: Das erste beschäftigt sich mit der Beziehung des Forschungssubjekts zur Mediation, das zweite erarbeitet Erklärungsmodelle der Mediation von unterschiedlichen Disziplinen, das dritte stellt aktuelle zentrale Mediationsstudien und dazu passende Fragestellungen vor, das vierte Kapitel schließt mit wissenschaftlichen Abschlussarbeiten und einem Beitrag zur hochschulübergreifenden Erforschung von Mediation ab. Der österreichische Beitrag zu dem Sammelband stammt von Elvira Hauska und Oliver Jeschonek, die sich der Evaluierung sozialer Konflikte widmen – jenem Sachverhalt, an dem sich MediatorInnen im deutschsprachigen Raumin der Regel orientieren.

Weiterführende Infos:

Link zum Buch beim Springer Verlag: http://www.springer.com/de/book/9783658182564

Link zur Forschungsgruppe Mediation: https://forschungsgruppe-mediation.weebly.com/

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